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Für andere da sein – und den Staffelstab weitergeben

Beim Fest des Kreisjugendrings Lichtenfels 2019 betreute Sarah eine sogenannte Farbschleuder, an der Kinder ein kreatives Bild gestalten konnten indem Farbe auf ein sich drehendes Blatt getropft wird.
Datum:
Veröffentlicht: 27.2.26
Von:
Svenja Lange

Sarah Reißenberger engagiert sich seit fast einem Jahrzehnt ehrenamtlich in der Jugendarbeit

Bad Staffelstein. Die Bad Staffelsteinerin Sarah Reißenberger zeigt, wie es geht: Seit fast einem Jahrzehnt engagiert sich die 27-Jährige ehrenamtlich in der Jugendarbeit. Nun gibt sie einen wichtigen Posten ab und möchte bewusst Platz für die nächste Generation machen.

Wenn Sarah Reißenberger über Jugendarbeit spricht, wird schnell deutlich: Hier engagiert sich jemand mit echter Überzeugung. Die 27-Jährige aus Bad Staffelstein setzt sich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft für Kinder und Jugendliche ein – beruflich als Kinderpflegerin und ehrenamtlich als Gruppenleiterin bei den Pfadfindern sowie im Regionalvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Lichtenfels. Ihr Weg zeigt, wie bereichernd ehrenamtliches Engagement sein kann – und wie sehr man dabei auch persönlich wächst.

Dabei hatte sie ursprünglich ganz andere Pläne. „Ich wollte früher Schauspielerin werden“, erzählt sie. Erst ein Praktikum im erzieherischen Bereich brachte sie vor elf Jahren auf eine neue Spur. Die Arbeit mit Kindern war lebendig, manchmal laut und herausfordernd – vor allem aber erfüllend. Seit neun Jahren arbeitet Sarah als Kinderpflegerin und bildet sich aktuell berufsbegleitend zur Erzieherin weiter.

Vom Wölfling zur Gruppenleiterin

Ihr Engagement begann schon früh und entwickelte sich Schritt für Schritt. Bereits in der Grundschule wurde sie Mitglied bei der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), Stamm Andechs-Meran, in Lichtenfels. Als Wölfling – so heißen die Mitglieder im Alter von sieben bis neun Jahren – nahm sie an Gruppenstunden, Aktionen und Zeltlagern teil. Seit sieben Jahren ist sie selbst Gruppenleiterin und begleitet nun die Jüngsten auf ihrem Weg.

Viele Kompetenzen, die sie im Ehrenamt erworben hat, prägen sie bis heute – Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein und vor allem ein gutes Gespür für die Bedürfnisse junger Menschen. Denn genau das ist ihr in der Jugendarbeit wichtig: Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen. „Wichtig ist, dass sie als Mensch gesehen werden – dass ihnen zugehört wird und sie einen Raum haben, in dem sie einfach sie selbst sein können“, sagt Sarah. Bei den Pfadfindern finden Kinder bewusst einen Ausgleich zum Schulalltag: Bewegung, Gemeinschaft, neue Erfahrungen – und das Gefühl, willkommen zu sein.

Neun Jahre Verantwortung im BDKJ

2017 wurde sie in den BDKJ-Regionalvorstand Lichtenfels gewählt. Mit gerade einmal 27 Jahren blickt sie inzwischen auf neun Jahre Vorstandsarbeit zurück. In dieser Zeit hat sie Veranstaltungen organisiert, Strukturen mitgestaltet, Teams aufgebaut und zahlreiche junge Menschen begleitet. Besonders wichtig war ihr dabei das gemeinsame Arbeiten: Ideen entwickeln, Verantwortung teilen und zusammen etwas bewegen.

„Man hilft einander – das wird oft vergessen“, sagt sie rückblickend. Genau dieses Gefühl, Teil von etwas Sinnvollem zu sein, macht für sie den besonderen Wert des Ehrenamts aus. Auch wenn Planung, Sitzungen und Organisation manchmal Kraft kosten: Am Ende reicht oft ein Lächeln, um zu wissen, warum sich der Einsatz lohnt.

Platz für die nächste Generation

2026 beginnt für Sarah ein neuer Abschnitt. Nach neun Jahren kandidiert sie nicht mehr für den BDKJ-Vorstand und gibt ihr Amt bewusst ab. Sie möchte sich künftig stärker auf ihre berufsbegleitende Weiterbildung konzentrieren – und gleichzeitig jüngeren Engagierten die Chance geben, Verantwortung zu übernehmen.

„Jetzt ist es gut“, sagt sie. „Die nächste Generation ist bereit. Sie ist näher dran an den Jugendlichen, bringt neue Ideen mit und will etwas bewegen.“ Für Sarah gehört auch das zum Ehrenamt: Verantwortung übernehmen – und sie zur richtigen Zeit weitergeben.

Ehrenamt bleibt Herzenssache

Ganz ohne Engagement wird sie jedoch nicht sein. Als Gruppenleiterin bei der DPSG möchte sie – soweit es ihre Zeit erlaubt – weiterhin aktiv bleiben. Denn eines weiß sie sicher: „Ich würde ohne Ehrenamt etwas vermissen.“