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Demokratie braucht digitale Souveränität

BDKJ-Landesversammlung im August 2026
Datum:
Veröffentlicht: 6.8.26
Von:
Michael Goldhammer

BDKJ Bayern positioniert sich auf seiner Landesversammlung zur Digitalpolitik und fasst weitere inhaltliche Beschlüsse

München. Die digitale Welt ist die Lebensrealität junger Menschen – und damit auch der Ort, an dem demokratische Meinungsbildung stattfindet. Doch Fake News, Hate Speech und intransparente Algorithmen gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Darauf müssen wir eine Antwort finden, um unsere Demokratie wehrhaft zu halten“, sagt BDKJ-Landesvorsitzender Florian Hörlein. In einem Beschluss der BDKJ-Landesversammlung gab sich der BDKJ Bayern daher ein Positionspapier, in dem unter anderem Angebote der Medienkompetenz in der formalen und nonformalen Bildung gefordert werden und Digitalkonzerne durch rechtstaatliche Regeln mehr zur Verantwortung gezogen werden sollen.

Demokratie braucht digitale Souveränität

Unter dem Titel "Demokratie braucht digitale Souveränität" wurde dieses am 4. Juli 2026 beschlossen. „Soziale Medien, Communityplattformen und Messenger-Dienste müssen als Infrastruktur verstanden werden, deren Regulierung nicht allein privatgeführten Konzernen überlassen werden darf“, sagt BDKJ-Landesvorsitzender Florian Hörlein. Im Beschluss wird daher gefordert, die Digitalwirtschaft in die Mitverantwortung zu ziehen, ihre Produkte so zu gestalten, dass sichere digitale Teilhabe für alle Gesellschaftsgruppen möglich ist. Die Frage, wie digitale Angebote und soziale Medien funktionieren, ist unmittelbar mit der Art und Weise verknüpft, wie unser demokratischer Diskurs funktioniert.

Zugleich wird im Beschluss der Lebensrealität Jugendlicher Rechnung getragen, in der Soziale Medien, Messenger und andere Community-Plattformen in jedem Bereich prägend sind, in dem aber Sucht, Hatespeech und Belästigung eine erschreckende, allgegenwärtige Rolle einnehmen. Hörlein ordnet hierzu ein: „Wir dürfen Kindern und Jugendlichen nicht generell den Zutritt zu öffentlichen Räumen verbieten. Vielmehr muss die Infrastruktur so gestaltet sein, dass sich Kinder und Jugendliche dort aufhalten können, ohne Schaden zu nehmen. Es braucht ein Gleichgewicht zwischen Schutz, Teilhabe und Solidarität: Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, sich reflektiert, resilient und verantwortungsvoll im digitalen Raum zu bewegen.“ Statt Social-Media Verbote fordert der BDKJ daher Aufklärung und digitale Bildung, und zwar sowohl im Bereich der formalen Bildung (z.B. Schule), als auch der non-formalen Bildung (z.B. jugendverbandliche Angebote wie Gruppenstunden). Staatliche Akteure sind demnach aufgerufen, die Rahmenbedingungen auch für diese Bildungsarbeit so günstig wie möglich zu gestalten.

Die Positionierung zur digitalen Souveränität war allerdings nur einer von insgesamt sechs inhaltlichen Anträgen, die der BDKJ Bayern auf seiner Landesversammlung diskutiert hat. Die Katholische Jugendverbandsarbeit in Bayern hat dabei noch folgende weitere Beschlüsse getroffen:

Kirchenpolitische Forderung beschlossen: Endlich mehr Einbindung von Frauen in kirchlichen Verantwortungspositionen

Mit einem ganzen Beschlusspaket geht der BDKJ Bayern in die frauenpolitische Offensive. So fordert die katholische Jugendverbandsarbeit die längst überfällige volle Gleichberechtigung von Frauen in allen kirchlichen Diensten und Ämtern. Auch für eigene Veranstaltungen und Strukturen beschloss die Landesarbeitsgemeinschaft Stärkungen: So sollen künftig verpflichtend auf allen Veranstaltungen des BDKJ Bayern Menstruationsartikel zur Verfügung gestellt werden. Vor allem aber wird der Landesvorstand beauftragt, bis zum Winter einen Prozess zur strukturellen Stärkung von Frauen in Führungspositionen des BDKJ Bayern in die Gänge zu leiten. “Geschlechtergerechtigkeit als Baustelle – das geht uns beim BDKJ Bayern alle an!“ Sagt Landespräses Markus Sturm. „Auf die Initiative der Landesfrauen-AG hin werden wir jetzt gemeinsam ein Vorgehen erarbeiten, wie wir bessere frauenstärkende Strukturen in unserer Landesarbeitsgemeinschaft etablieren.“

BDKJ Bayern fordert: Gebt dem Ehrenamt Goldstatus in der Gesellschaft

Ein Großteil der Gesellschaft tut es, die wenigsten bekommen dafür öffentliche Anerkennung: ca. 37% der deutschen Bevölkerung engagiert sich ehrenamtlich. In einer Zeit, in der von Spitzenpolitiker*innen wieder und wieder Einsatz fürs Gemeinwohl, mehr Optimismus und mehr Anpackmentalität gefordert wird, stellt dieser Beschluss in den Mittelpunkt, wie bereits bestehendes Engagement oft noch nicht angemessen gewürdigt wird. Bereits durch einfache Maßnahmen, wie etwa die Senkung der Zugangshürden für die Bayerische Ehrenamtskarte könne demnach ein Klima geschaffen werden, in dem Engagement fürs Gemeinwohl von der Politik willkommen geheißen würde.

Der BDKJ in Bayern zeigt gemeinsam Sichtbarkeit bei der 72-Stunden Aktion 2026

Auch der BDKJ Bayern geht nun offiziell in die Vorbereitungen für die 72 Stunde-Aktion. Im Rahmen eines Beschlusses berieten und entschieden die Jugend- und Diözesanverbände, welche Rolle die Landesarbeitsgemeinschaft bei der kommenden 72-Aktion haben wird. Insbesondere soll nun der Kontakt zu politischen Akteur*innen und zu den landesweiten Medien über die Landesebene koordiniert werden.